Die chaotische Hauptstadt – Phnom Penh

Nach acht erlebnisreichen Wochen und vielen neuen Eindrücken in Thailand, nahmen wir am 23.03. das Flugzeug nach Kambodscha. In Phnom Penh am Flughafen erwarteten uns jede Menge Taxifahrer die uns alle eine Fahrt anbieten wollten. Da wir sehr hungrig waren, ließen wir erstmal alle abblitzen und gingen zu Burger King. Nach dem Essen handelten wir einen guten Preis aus und nahmen ein Tuk Tuk zu unserem Hotel. 
Bereits nach kurzer Zeit auf den Straßen von Phnom Penh bemerkten wir, wie chaotisch es hier zuging. Alle fuhren kreuz und quer, Ampeln suchten wir vergeblich und Verkehrsregeln gab es offensichtlich schon gar nicht. Hier wurde der Verkehr durch Blickkontakt und Handzeichen geregelt. 
In den ersten Tage schlenderten wir durch die Stadt, aber richtig warm wurden wir mit ihr nicht wirklich. Es lag leider sehr viel Müll auf den Straßen und für unseren Geschmack war es viel zu hektisch. Zu unserem Bedauern war auch noch der Königspalast aufgrund von Corona geschlossen. Dennoch gab es für uns ein kleines Trostpflaster. Wir hatten ein sehr günstiges Straßenrestaurant, sowie frisch gezapftes Bier für unter 50 Cent gefunden.
Einen Tag bevor wir nach Siem Reap fuhren, waren wir noch auf den Spuren der Geschichte unterwegs. Wir besuchten die „Killing Fields“. Von 1975-1979 wurde dort von den roten Khmer Massenmord begangen. Sie dezimierten die eigene Bevölkerung um mehr als 100.000 Menschen. Heute kann man den Ort des Schreckens besichtigen – für uns war es ein Tag des Grauens. 
Wir sahen Massengräber von Männern, Frauen und sogar Kindern, denen die schlimmsten Dinge widerfahren sind. Danach fuhren wir in das Gefängnis S-21. Dies war ein altes Schulgelände welches in der Zeit der Massentötungen zu einem Gefängnis umfunktioniert wurde. Man konnte den Aufbau der Schule noch ganz klar erkennen, jedoch wurden in den Klassenzimmern winzig kleine Zellen provisorisch eingebaut. Hier hat man die Menschen vor ihrem Tod eingesperrt und gefoltert. 
Mit Gänsehaut am ganzen Körper durchquerten wir das Gelände und konnten einen ungefähren Einblick über die damalige Situation bekommen. Den Beweggrund hinter diesem grausamen Geschehen konnten wir leider nicht herausfinden. Für uns war es einfach nur unverstänlich, traurig und unvorstellbar wie man so etwas mit Menschen machen konnte. Nach drei Tagen in der Hauptstadt Kambodschas fuhren wir mit dem Bus weiter nach Siem Reap.

1 Kommentar

  1. Avatar von Tom Tom sagt:

    Ich war auch kürzlich wieder in Kambodscha. Und lebe in Asien. Wenn ihr das eher kleine Phnom Penh als chaotisch bewertet, kennt ihr die großen asiatischen Metropolen nicht. Bangkok. Manila. Jakarta. Mit Ausnahme von Singapur geht’s überall sehr viel quirliger zu als in der Hauptstadt der Khmer. Natürlich verändern sich die Städte, wie man auch sehr gut in Vientiane sieht, und was der eine als Fortschritt sieht, ist für den andern das traurige Verschwinden des schönen Alten. P.S.: Bier für 0,50 USD gibt es an vielen Orten in Kambodscha.

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