Um 03:50 Uhr läutete der Wecker. Wie Roboter bewegten wir uns nach einer kurzen Nacht aus dem Bett. Wir schmissen uns in unsere Kleidung, spritzten uns etwas Wasser ins Gesicht und aßen noch eine kleine Packung Müsli bevor es mit müden Beinen, etwa eine Stunde später, Richtung Busstation ging. Weitere zehn Minuten später, saßen wir auch schon im Bus Richtung Hua Lampongh (Hauptbahnhof von Bangkok).
Da es Sonntag und ganz früh am Morgen war, fuhr der Bus nicht seine komplette Strecke und wir wurden auf halben Weg vor die Tür gesetzt. Da wir aber um diese Uhrzeit ungern zwei km durch Bangkok laufen wollten, befragten wir unseren Freund und Helfer „Google Maps“ nach einer alternativen Busroute.
Nach 15 Minuten Fußmarsch erreichten wir die herausgefundene Busstation und stiegen in den nächsten Bus. „Wohin wollen Sie?“ kam die Frage des Busfahrers, „zum Bahnhof Hua Lamphong“ war unsere Antwort. „Okay, 23 Baht = 0,64€“. Sehr gut, dachten wir uns – dieser Bus fährt durch 😁.
Viel zu früh saßen wir nun am Bahnhof und warteten auf die Abfahrt unseres Zuges nach „Nam Tok“. Nachdem wir noch von einem unbekannten Mann angequatscht wurden, stiegen wir in den Zug und warteten drinnen auf die Abfahrt. Wir hatten Tickets der 2. Klasse inklusive Klimaanlage gebucht. Leider, müsste man fast sagen, denn dass es da drinnen so kalt ist, damit hatten wir nicht gerechnet. Glücklicherweise hatten wir uns für den Notfall noch zwei Hemden mitgenommen. Zusammengekuschelt und mit den zusätzlichen Hemden zugedeckt, hörten wir um 06:30 Uhr das Signal des Zuges und die Fahrt ging los.
Erster Stopp war in dem Ort „Nakhom Pathom“. Hier hatten wir einen Aufenthalt von 30 Minuten. Da wir nicht wussten wohin wir gehen sollen, folgten wir einfach den anderen und gingen die Straße vom Bahnhof kommend geradeaus . Am Ende dieser Straße stand ein großer Chedi (eine kleine spitze Tempelanlage). Wir machten ein paar Fotos und nutzten die dortigen Toilettanlagen. Rasch gingen wir wieder zurück zum Bahnhof. Unterwegs kauften wir uns noch ein paar Snacks für die Fahrt. Der Zug fuhr ein, wir nahmen erneut Platz und der Motor wurde wieder gestartet. Der nächste Halt war der eigentliche Grund weshalb wir diese Tour gebucht hatten – „die Brücke am Kwai“. Wir stiegen aus und schauten sie uns näher an. Sie wurde im zweiten Weltkrieg gebaut um Thailand mit dem Bahnnetzwerk in Burma zu verbinden. Von Burma aus wurden Versorgungszüge nach Thailand geschickt, um den langen und riskanten Seeweg zu vermeiden.
Nach einer halben Stunde ging die Fahrt weiter und wir überquerten die Brücke. Müde von der kurzen Nacht versuchten wir ein wenig die Augen zu schließen. Plötzlich kam der Schaffner mit einem Megafon und brüllte uns direkt ins Ohr – erschrocken und leicht verärgert starrten wir ihn an und versuchten ihm zuzuhören. Leider konnten wir nichts verstehen da er Thai sprach. Nach der Durchsage kam er zu uns und erklärte uns, dass wir in den vorderen Teil des Zuges gehen sollen, denn wir würden in Kürze eine alte Holzbrücke überqueren. Gesagt, getan. So stapften wir hinter den anderen Passagieren hinterher. Als wir Vorne angekommen waren, lehnten wir uns aus den offenen Fenstern und bestaunten die alte Holzbrücke und die Umgebung. Wir fuhren auf einer uralten Holzkonstruktion knapp an einer Felswand vorbei. Da die Türe vorne neben dem Lokführer offen stand, konnten wir auch noch direkt auf die Gleise sehen. Von dort dauerte die Fahrt noch ca. 30 min.
Die Endstation war der „Nam Tok Wasserfall“. Eigentlich fährt der Zug nur bis Nam Tok und danach muss man ein Taxi zum Wasserfall nehmen, doch wir hatten Glück. Der Lokführer war gut gelaunt und fuhr uns direkt bis zum Wasserfall (klingt komisch, aber die Gleise enden genau dort).
Das Wasser verläuft über Kalksteine in viele kleine Becken. Da es leider sehr trüb war, sah es nicht wirklich einladend zum Schwimmen aus. Trotzdem stiegen wir mit einem Fruchtshake in der Hand in ein etwas saubereres kleines Becken und ließen uns das Wasser zur Abkühlung über die Füße laufen.
In einem kleinen Restaurant haben wir noch Mittag gegessen bevor es mit dem Zug wieder zurück nach Bangkok ging. Einen Zwischenstopp legten wir noch in „Kanchanaburi“ ein, wo wir durch einen kleinen Markt spazierten. Zurück im Zug waren wir schon sehr müde und mittlerweile ziemlich genervt von der Zugfahrt. Unsere Sitzplätze waren direkt neben dem extrem lauten Motor und wir hielten auf den letzten Metern nach Bangkok gefühlt ständig an. Gegen 20:00 Uhr waren wir dann endlich wieder zurück im Hotel. Ein anstrengender, aber schöner Tag ging zu Ende.
Historische Zugfahrt































