Palenque – Ruinen im Dschungel

Und wiedermal ging es mit dem Bus weiter, diesmal allerdings mit dem Nachtbus. Die Fahrt von Bacalar nach Palenque dauert ca. zehn Stunden Fahrt und kostet 736 Pesos = 31,30 €. Da es unsere erste Nachtfahrt war, waren wir schon ein wenig nervös, denn man liest ja immer wieder, dass es in Bussen zu Raubüberfällen kommen kann. Leider macht man sich immer schlimmere Gedanken als es dann tatsächlich ist, denn die Busfahrt war letztenendes total entspannt – wir konnten viel schlafen und wurden nur einmal zur Passkontrolle angehalten. Um 07:30 Uhr sind wir in Palenque angekommen und konnten zum Glück unsere Taschen bei unserer Unterkunft abstellen, leider war das Zimmer erst ab 15:00 Uhr bereit. Wir hatten geplant die Wartezeit in der Stadt zu verbringen, wollten einfach durch die Straßen schlendern oder die Zeit in einem Kaffeehaus totschlagen. Doch alles kam anders, als wir unsere Taschen abstellen, waren wir überrascht, denn unsere Vermieterin bot uns an, mit uns eine kleine Stadtrundfahrt zu machen. Dabei zeigte sie uns einige schöne Orte und im Auto sprachen wir über die Ruinen, die nur zehn Minuten von Palenque entfernt sind. Also haben wir uns kurzfristig dazu entschieden gleich die Ruinen zu besuchen. So verging die Zeit schneller als nur in einem Kaffeehaus zu sitzen. Nach der Stadtrundfahrt nahmen wir also ein Taxi zu den Ruinen (20 Pesos = 0,85 €). Beim Ticketschalter muss man getrennt den Eintritt für die Ruinen (70 Pesos = 2,98 €) und den Eintritt für den Nationalpark (80 Pesos = 3,40 €) bezahlen. Danach sind es noch ca. 2 km bis zum Eingang (diese Distanz wurde uns im Vorhinein nicht mitgeteilt). Wir machten uns in dem Glauben, dass der Eingang nicht weit weg ist, auf den Weg. Nach 5 Minuten Gehzeit hatten wir wieder das Glück, dass uns diesmal eine mexikanische Familie mit genommen hat. Erst dann merkten wir wie weit der Weg eigentlich noch gewesen wäre. Bei den Ruinen angekommen waren wir sehr beeindruckt, da diese sich mitten im Dschungel befinden. Die riesigen Bäume im Hintergrund der Tempel und das saftige Grün rundherum waren toll und ein großer Kontrast zu der kahlen und trockenen Landschaft, die wir vor ein paar Wochen in Chichen Itza sahen.

Das Areal ist nicht so groß und nach einer Stunde hatten wir dann wieder genug von toten Steinen. 😅Nach den Ruinen ging es für uns noch in den Dschungel, am Eingang saß ein Mann, der uns den Weg erklärte. Auf dem Weg hinein hatten wir Angst, dass wir falsch abbiegen und nicht mehr hinaus finden würden. Nach einer Minute auf dem Weg wurden wir von Gelsen (für unsere Deutschen Leser = Mücken 😅) aufgefressen – leider hatten wir unseren Moskitospray vergessen. Vor dem Eingang waren mehrere Stände, die solche verkauften und wir fragten uns schon, warum hier so viel Moskitospray verkauft wird. Da es uns doch zu viele Mücken waren, gingen wir wieder zurück und wollten uns einen Schutz besorgen. Zurück beim Dschungeleingang, sah uns der „Wärter“ verblüfft an und versuchte uns den Weg erneut zu erklären (der dachte sich wahrscheinlich „Wie dumm sind die denn?“). Wir sagten aber nur „Moskitos“ und er schrie schon los „Repelente! Repelente!“. Keine Sekunde später kam ein Verkäufer angerannt und hielt uns einen Spray unter die Nase. Nachdem wir uns dann von oben bis unten eingesprüht hatten und wie eine Box voller Duftbäume rochen, gingen wir wieder in den Dschungel. Alles war saftig grün, der Boden war matschig und wir waren umgeben von viel Vogelgezwitscher. Leider haben wir keine Affen oder außergewöhnliche Vögel gesehen. Nach einer guten Stunde gingen wir dann Richtung Ausgang, als plötzlich etwas im Gebüsch raschelte. Ein größeres Meerschwein, Aguti genannt (wie wir dann im Nachhinein gegoogelt haben), lief gemütlich über den Weg und verschwand auf der anderen Seite wieder im Dickicht (leider haben wir kein Foto gemacht, sondern waren mit Staunen beschäftigt 😅). So gegen 12:00 Uhr waren wir zurück in der Stadt und gingen doch noch in ein Kaffeehaus, um 14:00 Uhr bekamen wir die Nachricht, dass unser Apartment fertig ist. Also machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt, um noch Dinge für Frühstück und Abendessen zu besorgen. In der Unterkunft angekommen, wollten wir nur noch duschen und gemütlich im Bett liegen, denn es war ein anstrengender Tag und die Nacht im Bus war auch nicht die bequemste. 

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